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BSZ 9 nach zehnjähriger Sanierung eingeweiht

Was lange währt, wird gut

Drei Gründe gab es nach Ansicht von Oberbürgermeister Burkhard Jung, die abgeschlossenen Baumaßnahmen am Berufsschulzentrum 9 in der Schönauer Straße, gebührend zu feiern. Zum einen, weil eine Investition von 10,8 Millionen Euro im Hinblick auf die Finanzlage der Stadt Leipzig keine Selbstverständlichkeit sei. Zum anderen gebe eine Einweihung Gelegenheit, allen Beteiligten angemessen für ihr Engagement zu danken und nicht zuletzt, forderte er zur feierlichen Übergabe des letzten Bauabschnitts am 5. Mai die zahlreichen Gäste auf, doch öfter mal die Routine zu unterbrechen, innezuhalten und dem zu gedenken, was man geschaffen hat. Und geschaffen wurde in den zurückliegenden zehn Jahren eine ganze Menge. Die einstige Luftwaffenschule, an der heute 1627 junge Menschen einen Beruf erlernen, wurde in zwei Etappen saniert. Und das bei laufendem Betrieb, wie alle Seiten immer wieder betonten.

Bild Sie sind alte Bekannte: Als Beigeordneter für Jugend, Schule, Sport, war OBM Burkhard Jung schon mehrfach zu Gast bei Ursula Krieger.

Nicht immer unproblematisch sei das gewesen, erinnerte sich Schulleiterin Ursula Krieger in ihrer Rede schmunzelnd: »Ich bin denen sicher mitunter ganz schön auf die Nerven gegangen mit meinen Einwänden zur Aufrechterhaltung des Schulalltags. Umso mehr danke ich für die Rücksichtnahme und die ständige Bereitschaft, Probleme in aller Ruhe mit einem klärenden Gespräch aus der Welt zu schaffen.« Die Begeisterung ob der neu geschaffenen Möglichkeiten und die Erleichterung, dass es nun nach so langer Zeit vollbracht ist, waren sowohl der Schulleiterin als auch ihrem Kollegium an diesem Tage ins Gesicht geschrieben. Freude strahlend bedankte sich Ursula Krieger auch beim Direktor des Regionalschulamtes Berthold Sprengel, für seine Geduld und das stets offene Ohr, welches er für ihre Sorgen und Probleme während der Umbauphase hatte.

Dieser übermittelte den rund 100 Anwesenden - Schülern, Lehrern, Rektoren anderer Berufsschulzentren und Vertretern aller Fraktionen im Stadtrat - die herzlichsten Grüße vom sächsischen Kultusminister Steffen Flath. Die Berufsschulen lägen Flath laut Sprengel besonders am Herzen. Noch größere Bedeutung erlange die Einrichtung jedoch durch die hier gelehrten Fachrichtungen Gesundheit- und Sozialwesen, die in der heutigen Zeit zunehmend wichtiger würden. »Kreativität, Perfektion und Initiative hat es an dieser Schule schon immer gegeben«, so Sprengel. »Nun wurde auch das passende Ambiente dafür geschaffen.«

Bild In den hochmodernen Fachlaboratorien lernen die Auszubildenden beispielsweise die Herstellung von Salben und Tabletten.

Von selbigem konnten sich die Gäste im Anschluss mit eigenen Augen überzeugen, als sie in vier Gruppen unterteilt und von Lehrkräften des BSZ geführt, einen Rundgang über das Schulgelände unternahmen. So konnten sie sich ein Bild davon machen, wie und was an dieser Einrichtung gelehrt wird, schauten angehenden Physiotherapeuten beim Bewegungstraining und Pharmazie-Azubis bei der Tabletten- und Salbenherstellung zu und durften die gerade gefertigte Salbe gleich auf der eigenen Haut testen. Während sich alle fleißig die Hände einrieben, erfuhren sie unter anderem, dass die neuen Fachlaboratorien nach der Apothekenbetriebsordnung eingerichtet sind und den zukünftigen Apothekenmitarbeitern somit schon heute eine Vorstellung von ihrem späteren Arbeitsalltag vermitteln.

Letzte Stationen der Besichtigungstour waren neben den Fachräumen, in denen Sozialassistenten Alten- und Säuglingspflege erlernen, der - von angehenden Pharmazeuten liebevoll gehegte - Heilpflanzengarten und die großzügig, parkähnlich angelegten Rasenflächen, auf denen sich vereinzelt Schüler in der ersten Maisonne räkelten.

Dies allein war schon Beweis genug dafür, wie wohl sich die Nutzer der Einrichtung fühlen. Denn eine moderne, sanierte Einrichtung sei zwar wichtig, so meinte RSA-Direktor Berthold Sprengel, mache aber noch lange keine gute Schule aus.
kmn

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Info: Berufsschulzentrum 9

Das BSZ 9 ist eine Ausbildungseinrichtung für Gesundheit und Sozialwesen der Stadt Leipzig. An dem Berufsschulzentrum in der Schönauer Straße 160 lernen 1627 Schüler in 63 Klassen. Die Ausbildung erfolgt in vier Fachbereichen: Hauswirtschaft (Hauswirtschafter, Berufsvorbereitungsjahr); Gesundheit (Arzthelfer, Tierarzthelfer, Zahnmedizinische Fachangestellte und Zahntechniker); Pflege (Altenpfleger, Sozialassistenten, einjährige Berufsfachschule für Gesundheit und Pflege); Pharmazie (Medizinische Dokumentationsassistenten, Pharmazeutisch technische Assistenten, Berufsgrundbildungsjahr).

Die Sanierung erfolgte in zwei Etappen und kostete 10,8 Millionen Euro, 75 Prozent davon konnten mit EFRE-Fördermitteln abgedeckt werden. Von 1996 bis 1997 wurden die fünf Gebäudeteile zusammengelegt (Kosten: 3,5 Millionen Euro). 2001 begann der zweite Abschnitt mit der Errichtung eines neuen Gewächshauses. Außerdem entstanden moderne Fachunterrichtsräume mit Laborcharakter, allgemeine Unterrichtsund Informatikräume und multifunktionale Fachunterrichtsräume.

Das Wirtschaftsgebäude erhielt einen Lastenaufzug und einen behindertengerechten Sanitärbereich. Die alte Sporthalle wurde saniert und um eine Gymnastikhalle und einen Geräteraum erweitert. Ab 2003 wurden die Außenanlagen umgestaltet und eine Kleinsportanlage gebaut.

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