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Pfefferminze - Arzneipflanze 2004

Die Pfefferminze ist vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2004 gewählt worden. Pfefferminze hilft bei Blähungen, Verdauungsstörungen, Bauschmerzen und nervösem Magen und Darm. Sie liefert auch einen wohlschmeckenden Kräutertee.

Als Tee mische ich sie am liebsten mit Zitronenmelisse und Blättern des Zitronenstrauches (der hat nur Namen und Geschmack der Blätter mit der Zitrone gemeinsam). Auch Küchengewürz ist die Pfefferminze vielseitig verwendbar, nicht nur für die berühmt-berüchtigte englische Minzsoße. Ich nehme sie zum Beispiel für Gurkensalat und Klopse.

Die Pfefferminze (Mentha piperita) ist vermutlich erst im 17. Jahrhundert als spontane Kreuzung aus der Bachminze und der Ährenminze entstanden. Der Biologe John Ray entdeckte den natürlichen Dreifach-Bastard 1696 in einem englischen Garten und nannte ihn wegen seines scharfen Geschmacks Peppermint. Wie viele andere Kreuzungen (z.B. viele Obstsorten) fällt der Samen der Pfefferminze nicht sortenecht aus. Pfefferminze lässt sich daher nur über Ausläufer vermehren.

Der »Pfefferminzsamen« aus dem Supermarkt liefert andere Minzsorten, die zwar auch verwertbar sind, aber im Geschmack mit echter Pfefferminze nicht mithalten können. Ähnliches gilt auch für »Pfefferminzkräutertöpfchen« in der Kaufhalle, die werden meist aus Samen gezogen und liefern ein Kraut, das nur entfernt an echte Pfefferminze erinnert.

Pfefferminze wächst gut im Garten und bevorzugt dabei feuchte Plätze. Aber Achtung, wenn sie einmal Fuß gefasst hat, treibt sie Ausläufer nach allen Seiten und beginnt wie Quecken größere Flächen zu erobern. Am Besten ist es, sie in einem größeren Blumentopf ohne Boden in die Erde zu versenken, dann kann sie nicht quer durch den Garten wandern.

Link Am Kulkwitzer See wachsen an einigen Stellen in Ufernähe auch wilde Vettern der Pfefferminze. Auch daraus lässt sich Tee brühen, nur mit der echten Pfefferminze mithalten, das kann er nicht. Uns haben die Wilden aber schon wertvolle Dienste geleistet.

Vor Jahren entdeckten wir beim Wasserwandern auf einem der vielen Seen eine einsame Insel. Dort schlugen wir unsere Zelte auf. Aber Trinkwasser gab es weit und breit keins und im abgekochten Wasser des Sees bestimmten die Algen den Geschmack, der sich nicht überdecken lies. Erst als wir es mit der dort überall wachsenden Wasserminze probierten, kam etwas trinkbares heraus. Seitdem habe ich auch die wilden Minzen ins Herz geschlossen.
Dr. Leonhard Kasek

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