TSV 76 - »Verein des Jahres 2005«
Sportlich erfolgreich, aber in seiner weiteren Entwicklung bedroht?
Der Präsident des LSB Sachsens, Eberhard Werner und der Ministerpräsident Georg Milbradt eröffneten um
19.45 Uhr offiziell die Sächsische Sportgala 2006. Danach wurde der TSV Leipzig 76 e.V. vor über 900, in
Anwesenheit vieler prominenter Gäste aus Sport und Politik zum »Verein des Jahres 2005«
gekürt und erhielt die »Sächsische Sportkrone«
verliehen. Über 4.000 Stimmen wurden
diesmal für den Verein aus Leipzig-Grünau abgegeben - ein souveräner Erfolg. Dr. Petra Tzschoppe,
Vizepräsidentin des Landessportbundes Sachsen, hielt die Laudatio. Sie würdigte das große Engagement des
Vereins im Gesundheitssport, aber auch die hervorragende Vereinsentwicklung in den letzten Jahren.
Grund zum Jubeln für die über 1.000 Vereinsmitglieder. Doch die Freude hielt nicht lange an.
»Vielleicht müssen wir uns bald einen neuen Platz für unsere Pokale suchen«
, befürchtet
Ines Ackermann, denn es gibt Überlegungen hinsichtlich eines Trägerwechsels im Freizeittreff
»Völkerfreundschaft«
, verbunden mit einem neuen Nutzungskonzept. Für die rührige 37-
Jährige und ihre Mitstreiter wäre das eine Katastrophe. Betroffen wäre vor allem der Gesundheits- und
Rehasport und die Abeilung Tanzen (GGG). Jede Woche kommen rund 1.000 Leute vom TSV 76 und vom Grünauer
Fitness-Club 1990 e.V. in den Freizeitreff Völkerfreundschaft zu den Übungsstunden.
Das jüngste Mitglied ist gerade mal 17 Monate alt, das älteste 83 Jahre. »Wir können allen
Altersklassen sportliche Angebote unterbreiten «
, unterstreicht die ausgebildete Erzieherin und
Physiotherapeutin die Vielfalt des TSV. In Zusammenarbeit mit den Sozialarbeitern des Freizeittreffs
Völkerfreundschaft werden durch den Verein auch offene, kostenlose Sportangebote unterbreitet (allgemeine
Sportgruppen, Volleyball und Aerobic-Night, Ferienpass der Stadt Leipzig). 77 ehrenamtliche Übungsleiter -
fast alle mit Fachlizenz - betreuen die Vereinsmitglieder. »Im Gesundheits- und Rehasport sind
sogar ausschließlich Diplomsportlehrer und Physiotherapeuten tätig«
, erzählt Ackermann.
»Mittelfristig haben wir das Potenzial zum Großverein«
, blickt Ines Ackermann voraus.
Vor allem der Gesundheits- und Rehasport boome. Und das nicht nur im Seniorenbereich. »Wir
bieten beispielsweise beispielsweise Sport für übergewichtige Kinder an«
, erzählt sie weiter.
Ebenso gesundheitsorientiertes Kinderturnen und Entspannungskurse unter Leitung einer Diplom-Psychologin.
Der Anteil an Kindern und Jugendlichen beträgt 43 Prozent. Aktiv engagiert sich der TSV auch an dem 2003
gestarteten bundesweiten Projekt »Kinder bewegen«
.
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Olympischen Gesellschaft führt er in drei Kindergärten der Stadt
Leipzig einmal wöchentlich Bewegungsangebote für Vorschulkinder durch. »Beim Aufbau des Kinder-
und Kleinkinderturnens gehören wir in Leipzig zu den Vorreitern «
, sagt Ackermann. Der Verein
hat sich in den zurückliegenden Jahren zum sportlichen Mittelpunkt in Grünau entwickelt. Das belegen nicht
zuletzt die rasant gestiegenen Mitgliederzahlen.
»Unsere Angebote stimmen wir genau auf den Bedarf der Grünauer ab«
, nennt Ines
Ackermann eine der Ursachen. Dass das honoriert wird, beweisen die vielen Stimmen, die bei der Wahl zum
Verein des Jahres für den TSV abgegeben wurden. Eine weiterer Beweis für die hervorragende Arbeit des TSV
76: Zum »Ball des Sports«
am 28. Januar wurde Verein durch den damaligen amtierenden
Bürgermeister der Stadt, Andreas Müller, und den Präsidenten des Stadtsportbundes Leipzig e.V., Uwe Gasch,
mit dem »Jahrespokal des Stadtsportbundes«
ausgezeichnet.
Sollte dies nicht Anlass genug sein, seitens der Stadt Leipzig einen so erfolgreichen Verein in die
notwendigen Umstrukturierungen im Freizeitreff mit einzubeziehen? Ingo Metze (68), Präsident des TSV 76
hofft, bis zum 30-jährigen Vereinsjubiläum am 19. Mai 2006, auf eine positive Klärung hinsichtlich einer
weiteren Nutzung der angemieteten Räume in der »Völle«
. Begrüßenswert wäre auch eine
Einbeziehung der betroffenen Vereine bei der Planung. Weiterhin ist der TSV 76, gemeinsam mit dem 1.
Grünauer Fitness-Club in der Lage ein eigenes tragfähiges Nutzungskonzept vorzulegen.
J.B./I.A.