Grün-As

Grünau wird grüner

Am 17. April haben Grüne, Nabu, BUND und Ökolöwe in Grünau Am Übergang auf einer Fläche auf der einst ein Hochhaus stand 50 Bäume gepflanzt. Dabei wurden Sie durch das Quartiersmanagement Grünau und dem KOMM-Haus unterstützt. Die Bäume wurden von den Firmen die Wasser- und Abwasser GmbH OEWA und der Umweltdienstleister Veolia Environment Deutschland bezahlt. Grund für die Baumspende ist ein Projekt, mit dem die Auszubildenden der OEWA Wasser und Abwasser GmbH beim Sächsischen Landeswettbewerb zur Umsetzung der Agenda 21 in der beruflichen Ausbildung im Jahr 2008 den zweiten Platz belegt hatten. Die Lehrlinge schlugen vor, als Kompensationsbeitrag zur Kohlendioxidemission mehrere tausend Bäume im Tätigkeitsgebiet der OEWA bis Ende 2009 zu pflanzen. Das Projekt wird vom Umweltdienstleister Veolia Environnement Deutschland, zu dem die OEWA gehört, unterstützt. Die Fläche wurde von der LWB zur Verfügung gestellt. Bereits im Herbst 2007 hatten die Grünen in der Weißdornstrasse in Zusammenarbeit mit der LWB ein Grundstück bepflanzt. Damals wie heute agierten die Grünen als Organisator und Vermittler dieser Aktion und pflanzten für jedes Neumitglied einen Baum. In den letzten anderthalb Jahren sind an die 50 Neumitglieder dazu gekommen.

Bäume helfen an heißen Sommertag den Anstieg der Temperatur zu begrenzen und das Klima in den Wohngebieten auch dann erträglich zu halten, wenn im Sommer die Sonne mit aller Kraft scheint. Sie binden Staub, auch den sehr gesundheitsschädlichen Feinstaub. Und sie bieten zahlreichen Tieren, vor allem Vögeln und Insekten wie Schmetterlingen und Bienen Nahrung. Beim Pflanzen liesen schon einmal drei Feldhasen sehen und in den größeren Büschen um die bepflanzte Fläche sangen Grasmücken, Grünfinken und ein Zaunkönig ihre Zustimmung: neuer Lebensraum für ihre Nachkommen. Gepflanzt wurden vor allem Wildobst und einige Waldbäume wie Linden, Eschen, Birken und Eichen. Wildobst kann gegessen werden, es hat mehr Aroma als die Zuchtformen, aber weniger Zucker. Sein Hauptvorteil ist aber, dass nichts liegen bleibt, wenn die Anwohner nicht alles ernten. Die Vögel lassen nichts übrig. Wir haben aber auch an die gedacht, die es süßer lieben. Süßkirschen, Edelvogelbeeren, die im Gegensatz zur Wildform nicht bitter sondern angenehm süß-sauer schmecken wachsen nun dort ebenso wie die bei uns wenig bekannten wohlschmeckenden Maulbeeren.

Auch einige Walnüssen und Edelkastanien haben ihren Platz gefunden. Vor allem die Obstbäume werden im Frühjahr für reichlich Blüten sorgen. Um die Blütenpracht noch zu verstärken haben auch einige prächtig blühende Ausländer: Tulpenbaum und Blauglöckchenbaum, aber auch eine Gletitschie einen Ehrenplatz erhalten. Entstehen soll ein kleiner Wohngebietspark, der attraktiver Natur ebenso Platz bietet wie den Anwohnern und deren Kindern. Das Mähen werden wir übernehmen, allerdings nur bis zweimal pro Jahr, damit sich allmählich auch wieder Wiesenblumen ausbreiten können und die Hasen mehr und besseres zu fressen finden als auf ständig kurzgeschorenem Rasen. Die Natur kann helfen, dass Grünau einer der kinderfreundlichsten, gesündesten und attraktivsten Leipziger Wohngebiete wird. Bis dahin ist noch viel zu tun. Wir möchten in den nächsten Jahren in und um Grünau mindestens weitere 10 ha Wohngebietsparks anpflanzen und dazwischen auch einige Gartenanlagen für interessierte Anwohner, so dass diese wie Eigenheimbesitzer bei Bedarf unmittelbar vor der Haustür ihre eigene grüne Oase haben. Um das zu erreichen brauchen wir die Hilfe der Anwohner. Allein schaffen wir das nicht. Als erstes brauchen die frisch gepflanzten Bäume bei Trockenheit Wasser und wir würden uns freuen, wenn die Anwohner ihnen Wasser bringen, wenn es länger als eine Woche nicht regnet. Ansonsten ist unsere Devise weniger politisches Wortgeprassel sondern Taten zur Verbesserung der Lebensqualität in Leipzig.

Dabei werden nach wie vor BürgerInnen gesucht die eine Baumpatenschaft übernehmen möchten. Hintergrundinformationen dazu können im Quartiersmanagement Grünau erfragt werden. Bereits in Vorbereitung sind weitere Flächen die in Zusammenarbeit der Umweltverbände in Grünau bepflanzt werden sollen. Bereits im kommenden Herbst soll es dazu einen neuen Termin geben.

Dr. Leonhard Kasek; Vorsitzender Naturschutzbund Regionalverband Leipzig
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